30. Okt, 2016

Verna B. Carleton: Zurück in Berlin (Aufbau)

Eric Devon heißt in Wirklichkeit Erich Dalburg und wuchs in Berlin auf. Während des Zweiten Weltkriegs flüchtet er, ein junger jüdischer Widerständler, zu Verwandten nach London. Dort beginnt er ein neues Leben, heiratet Nora. Nie mehr will er ins Deutschland seiner Kindheit und Jugend zurück! Als er dann auf einer Schiffsreise im Sommer 1956 seine deutschen Wurzeln offenbart, überreden ihn seine Frau und eine amerikanische Journalistin, nach Berlin zu fahren und sich seiner Vergangenheit zu stellen. Und bald schon stehen die drei vor Erichs Elternhaus. Bewohnt wird es von einer Tante, die Eric für mitschuldig am Tod seines Vaters hält. Eric muss bald ein paar Vorurteile revidieren. Und er wird, als er wieder Deutsch spricht, plötzlich zu einem anderen Menschen. Wie eine alte verbrauchte Haut streift er seine anerzogene englische Persönlichkeit ab. Es ist, als hätte er zwei Jahrzehnte seines Lebens in einer Art Winterschlaf verbracht. „Zurück in Berlin“ ist aber mehr noch als Erichs Geschichte und die seiner Familie – das Buch liefert zudem eine spannende Zeitreise in die jüngste Vergangenheit und einen nachdenklich machenden, aufmerksamen amerikanischen Blick auf das westliche wie östliche Berlin der späten 50er Jahre ( im Aufbau Verlag erschienen).