13. Nov, 2017

David – von Judith W. Taschner, Droemer

Acht Monate lang hieß er David. Als seine 17jährige, völlig überforderte Mutter ihn zur Adoption freigibt, bekommt der kleine Junge einen neuen Namen: Jan. Die Innsbrucker Autorin Judith W. Taschler hat ein Buch geschrieben, das die Frage nach den eigenen Wurzeln, der Herkunft, der Familien- und Freundes-Beziehungen in den Mittelpunkt stellt und erzählt, wie diese Basis das Leben bestimmt. Kunstvoll verknüpft sie die Lebenslinien ihrer Figuren und schildert die Irrungen und Wirrungen, die Entscheidungen, die aus der Verzweiflung entstehen, die Entwicklungen, die aus Zurückweisung und Liebesverlust resultieren. Sie beschreibt dies mit raffinierter Dramaturgie, psychologisch dicht und in klarer, anspruchsvoller Sprache. Als David-Jan, 18 jährig, nach dem tragischen Tod seiner Adoptivmutter auf Spurensuche geht, wird sein Leben auf den Kopf gestellt. Ein alter Baum, ein Davidsahorn, der in einem verwilderten Garten wächst, spielt dabei eine bedeutende Rolle. Die Geschichte dieses Baumes führt ihn nicht nur zu seiner leiblichen Mutter, sondern entschlüsselt auch weitere Geheimnisse. So hat sein Onkel Viktor dem Schicksal ganz schön nachgeholfen. Und dass David-Jan dann auch noch seinen leiblichen Vater auf facebook findet, ist eine gut gesetzte Pointe. Wegen der großen Karriere und dem Flair der weiten Welt hat er seine junge Geliebte damals verlassen. Nun hockt er hinter dem Tresen eines australischen Imbisses, vierfacher Familienvater und Ehemann einer Frau mit sehr eingeschränkter Attraktivität. So spielt das Leben eben...