Hoffnung, Heimat, eine Handvoll Glück

3. Sep, 2021

Jetzt weiß ich: Ich habe wirklich ein neues Leben geschenkt bekommen... und endlich bin ich mit dem richtigen Menschen zusammen und freue mich darauf, ihn kennenzulernen: mich selbst.“ 

Es dauert mehr als 400 Seiten und eine Albtraum-Story lang, bis Antonia (Toni) Petzold zu dieser klaren Erkenntnis kommt. Hinter ihr liegt eine bedrohliche Zeit, in der sich ständig Verwirrendes ereignete, sich Geheimnisse offenbarten und sie in labyrinthische Fallen stolperte. Sie war Opfer eines perfiden Spiels geworden – und wäre fast daran zugrunde gegangen.

 Alles beginnt mit einer Transplantation, nach der Toni, die bei einem Unfall ihr Augenlicht verloren hatte, wieder sehen kann. Beide Hornhäute sind ausgetauscht worden, binnen zehn Tagen war eine Spenderin gefunden worden – wie Toni später erfährt, war es eine junge, talentierte Malerin. Seit der OP fremdelt Toni mit sich. Schaut sie sich im Spiegel an, hat sie manchmal das Gefühl, eine Fremde blicke sie an. „Als schaue jemand zurück, der nicht sie war“. Leidet sie unter Schuldgefühlen? Sie wurde geheilt, ein anderer Mensch musste sterben. Sie schläft schlecht, hat Albträume, Panikattacken.

Sie haben vielleicht in ihrer Kindheit eine frühes Trauma erlebt, das fragmentiert abgespeichert wurde und nun stückchenweise hervorbricht. Wie falsch abgespeicherte Puzzleteile“, erkärt ihr Arzt. Doch davon will Toni erst mal nichts wissen.

 Sie hat inzwischen den Kontakt zu einer Clara Mertens in Frankfurt aufgenommen, der Mutter der toten jungen Frau, der sie ihre neue Sehkraft verdankt. Susanne hieß sie, Zsazsa genannt, und bald wird Toni in Zsazsas Leben eindringen als wäre es jetzt das ihre – und eigentlich ihr wahres Leben. Auch zu Clara, der Mutter der Toten, verspürt sie mehr Nähe als zu ihrer leiblichen Mutter, die sie Brigitte nennt. Die Beziehung ist eher kühl und distanziert.

Plötzlich stellt Toni mit Leidenschaft und Eindringlichkeit sich und ihrer Umgebung neue Fragen. (Oder sind es Zsazsas hartnäckige Fragen an ihre reiche Familie?) Dazu quält sie ein ständig wiederkehrender Albtraum. Und sie hat ein paar Ungereimtheiten in ihrer Kindheit ausgemacht, die weitere Fragen aufwerfen. Fragen, die ihre Eltern nicht beantworten wollen. Erst, als sie – auf Spurensuche – durch die Zimmer ihrer Kindheits-Wohnung streift, kommt die Erinnerung zurück. Tonis Trauma offenbart sich. Sie ist befreit.

 Die Berliner Schriftstellerin Dinah Marte Golch, als Drehbuchautorin (Tatort-Krimis) mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet, hat mehr als 50 Krimi-Drehbücher und einige Kriminalromane geschrieben. Sie weiß, wie man Spannung schürt und hält, seelische Falltüren öffnet und schließt, Themenstränge raffiniert miteinander verbindet und wie man temporeich die Puzzleteilchen zusammenfügt und die Lösung „eines schwierigen Falles“ präsentiert. Mit diesem Buch hat sie eine Akte mit sehr fesselndem Inhalt geschlossen!

 

31. Aug, 2021

Rettungen waren in gewisser Weise meine Spezialität. In der Pubertät hatte ich gelernt, mich in eine Phantasiewelt zu flüchten. Dort kreierte ich mir einen eigenen Retter: ein männliches Wesen mit weiblichen Charakterzügen. Eine Mischung aus väterlicher Kraft und mütterlicher Zärtlichkeit. Einer, der auf jede schwierige Frage eine Antwort wusste... Diesen Mann meiner Phantasien wollte ich heiraten.“ Und was macht die Ich-Erzählerin in Bontschevas Debütroman stattdessen? Sie heiratet Sergej, weil „in dessen Blick eine Mischung von Weltschmerz und Arroganz schimmerte“. Damals, als sie Sergej von Baltschik nach Ost-Berlin folgte, fand die bulgarische, stets emotional überreagierende Studentin diesen Blick unwiderstehlich... Aber sie liebt ihren Mann nicht.

Ein paar Jahre später lässt sie sich von ihrem russischen Liebhaber Michail die Finger küssen. Mit ihm werden ihre Träume für kurze Zeit wahr, doch dann stürzt sie wieder ab in die Realität: Michail liebt Wodka, bewundert (auch am Ende der 90erJahre) immer noch Stalin und hält beim Essen das Besteck falsch. Mit so einem kann es keine Zukunft geben...

Wahrscheinlich hatte Großmutter Denka, die ihre Lebensweisheiten großzügig an die Familie verteilt, recht, als sie ihrer Enkelin riet: „Von den Interessanten soll man die Finger lassen, man soll einen heiraten, der gut kochen kann...“

Das neue Leben in der Nachwende-Zeit in einem Mietshaus in Bremen mit dem Muttersöhnchen Sergej und der kleinen Tochter Sophie ist für die Einwanderin aus Bulgarien schwierig. Sie fühlt sich fremd, unverstanden, verliert den Halt. „Ich weinte, weil sich mein Leben wie eine zu heiß gewaschene Wollmütze anfühlte.“

Als ihr Vater, angesehener Arzt in der bulgarischen Hafenstadt Baltschik, stirbt, reist sie zurück in ihre Heimat. Über Baltschik am Schwarzen Meer erfahren wir: „Über allem lag ein hauchdünner Schmerz. Die Schönheit von Baltschik ist keine heitere. Die Schönheit von Baltschik ist weise und irgendwie dramatisch. Die Schönheit von Baltschik bricht einem das Herz.«

Die Ich-Erzählerin beschließt, ihr Leben zu ändern. Sie will endlich verstehen und verstanden werden. Deshalb taucht sie ein in die vielschichtige und dramatische Geschichte ihrer Familie – vor allem  in der Zeit des kommunistischen Bulgarien, setzt sich mit ihren Prägungen und Verletzungen in der Kindheit auseinander und richtet den Blick auf die starken Frauen ihrer Familie. Sie ist immer noch auf der Suche nach einem Lebensrezept gegen Kälte und Einsamheit, aber sie weiß jetzt – und lässt es auch zu – wie unentrinnbar sie eingebunden ist in ihre Familie. „Du bist zu weit weg, Kind. Deshalb musst du dich selbst suchen. Hier in Bulgarien wüsstest du, wer du bist...“ tröstet Großmutter Denka.

 Bontscheva, im bulgarischen Varna geboren, hat in Berlin Germanistik studiert, lebt heute mit ihrer Familie in Bremen. Für „Die Schönheit von Baltschik ist keine heitere“ hat sie einen „unverkrampften Zugriff auf die eigene Lebensgeschichte“ gewagt“ und dafür auch ein Autorenstipendium des Bremer Literaturkontors bekommen. „Identitätsfindung im Wechselspiel zwischen zwei Kulturen, die großen Themen wie Heimat, Migration und Selbstbehauptung als Einwanderin“ überzeugten die Jury, und man betont „die trotzige Frechheit der Darstellung“. Hinzuzufügen ist: die ungeschönte Aufrichtigkeit (die sich auch nicht um political correctness schert), die Wärme, der Humor und der menschenzugewandte Blick. Und auch der versöhnliche Schluss nach 400 Seiten Lesevergnügen klingt nach Aufbruch und Zukunft: „In meinem Inneren perlte und sprudelte es. Ich musste nicht länger das entsetzliche Gefühl bekämpfen, ungeliebt zu sein. Ohne Wert und ohne Bedeutung. Nicht liebenswert.“ Die Ich-Erzählerin hat sich selber gerettet, sie ist „angekommen“, sowohl in Baltschik wie in Bremen.

 

 

 



 

31. Jul, 2021

Die Hauptrolle in diesen kurzen Erzählungen haben die großen Gefühle übernommen, die das Leben steuern. Mal zum Guten, mal zum Bösen – oft bis in den Tod. Mechtild Borrmann (preisgekrönt, u. a. Deutscher Krimipreis) kennt sich aus mit menschlichen Abgründen und Ausweglosigkeiten, ihre Momentaufnahmen, die das Leben ihrer Protagonisten entscheidend verändern, schildert sie mit Präzision, Klarheit und große Empathie für die Menschen, die in ihrem Fokus stehen. Mal anrührend, mal erschütternd.

 Wie verzweifelt muss die naive Lore gewesen sein, die ihr Leben lang für den Erhalt des elterlichen Hofes geschuftet hat und dann miterleben muss, wie ihr Taugenichts-Mann alles zunichte machen will.

 Wie „ein Geschenk“ erlebt Josef, der mit seiner Frau Alma ein ruhiges bescheidenes Leben führt, die Fehlbuchung von 75.000 Euro auf seinem Bankkonto. Träumt er nicht seit Jahrzehnten von einer Ägypten-Reise? Sollte er sich endlich einen Wunsch erfüllen?

 Wie schmerzvoll ist der Brief einer Mutter an ihren verlorenen Sohn Christian. „Dein Vater und ich sind immer der Meinung gewesen, dass elterliche Liebe, Bildung und ein itaktes soziales Umfeld einem Kind optimale Entwicklung garantieren. Heute bezweifle ich das...“ Die Mutter zeigt auf, was der gefühllose und mitleidslose Sohn bereits im Kindesalter anderen angetan hat. Damals versuchten die Eltern noch, sich mit entschuldigenden Erklärungen zu beruhigen. Jetzt steht der Sohn vor Gericht. Wegen Mordes. „Ich weine Christian, Du wirst die nächsten zehn Jahre im Gefängnis sitzen, und ich weine vor Erleichterung. Die Welt wird in dieser Zeit sicher vor Dir sein...“

 Welch einen Verrat hat Gertrud erlebt, die für ihren Verlobten bei der Polizei gelogen hat. Da wusste sie noch nicht, dass ihre Hochzeit mit Klaus nie stattfinden würde. „Ich habe auf dich gewartet, ich habe an dich geglaubt“, sagt sie ihm, als er nach 50 Jahren wieder in ihrer Heimatstadt auftaucht, seine „Goldene Hochzeit“ mit einer anderen Frau, mit Luise steht bevor. „Ich habe damals Luise kennengelernt und dich vergessen“, sagt er. „Dass er das wagt“, denkt Gertrud. Dann schlägt sie zu.

 Wie gnadenlos und grausam ist die Tat der 17jährigen Ariane und ihres 15jährigen Bruders Marius. Sie haben Marius Lehrerin in ihrer Wohnung überwältigt, an ihr Bett gefesselt und über Tage verdursten lassen. Zwei arrogante, verwöhnt-verzogene Bildungsbürger-Kinder, die nicht die kleinste Spur von Unrechtsbewußtsein in sich haben. Sie wollten sich rächen: Marius sei Unrecht geschehen, die Lehrerin habe seine Deutsch-Arbeit (die er im Internet gekauft hatte) zurückgewiesen und mit einer „Sechs“ benotet... „Eigentlich war das doch alles die Schuld der Lehrerin“, meint die Schwester.

 Wie schicksalhaft, dass Simon in der Abflughalle des Flughafens plötzlich ein Geruch anweht und ihn an eine glückliche Zeit erinnert. Wie er innehält und sich eingesteht, dass er all die Jahre darauf gewartet hat: wieder die Ruhe und die Verlässlichkeit zu haben, „in der er seinen inneren Takt finden kann.“ Karl, den er vor fünfzehn Jahren verlassen hatte, war sein Glück gewesen. Nicht die Zukunft, die er sich inzwischen aufgebaut hat. Simon erfährt: „Glück hat einen langsamen Takt.“

Mechtild Borrmann, die der Erfolg ihres verstörenden Buches „Grenzgänger“ 2018 zur Bestsellerautorin machte (sehr empfehlenswert; Besprechung finden Sie unter der Rubrik "Nachsommer"; klicken Sie auf die Menüleiste) lotet auch in diesen bewegenden, kraftvollen Erzählungen alle Facetten des Menschseins aus.

 

 

 

16. Jul, 2021

 

Mit der Penguin Edition ist jetzt eine neue Klassikerreihe im Taschenbuchformat gestartet. Als Auftakt laden sechs Taschenbücher – eine internationale Auswahl – zum Entdecken und Wiederentdecken ein: Jane Austen: Northanger Abbey; Tania Blixen: Jenseits von Afrika; Gustave Flaubert: Madame Bovary; Leo Tolstoi: Kreutzersonate; Stefan Zweig: Schachnovelle und von F. Scott Fitzgerald „Die Schönen und Verdammten“, der Romanklassiker (1922 erschienen) aus dem New York des „Jazz-Age“, der aufregenden und aufgeregten Zeit zwischen 1920 und 1930 in den USA. Halbjährlich werden weitere populäre Klassiker der Weltliteratur erscheinen.

 Die Schönen und Verdammten“, der Roman eines rauschhaften, sinnlosen Lebens ist unglückliche Lebensstory, Verfallsgeschichte einer Ehe und Gesellschaftssatire zugleich. Auf Anhieb wurde das Buch zum Bestseller – und ein Wiederentdecken lohnt sich, denn auch damals in den „roaring twenties“, einem lauten und lärmenden Jahrzehnt, standen die Zeichen der Zeit auf Umbruch, auf Werte- und Strukturwandel, die beiden Romanfiguren Anthony und Gloria erleben es hautnah.

 Mit 16 ist Millionenerbe Anthony noch ein schüchterner Junge, der Briefmarken sammelt und seine Mitmenschen „mit höflicher Ratlosigkeit betrachtet.“Als junger Erwachsener entwickelt er sich mit seiner Sammlung von Krawatten, seidenen Pyjamas und Brokat-Hausmänteln zum Dandy, auf seinen Europa-Reisen entdeckt er die italienische Renaissance und findet Gefallen an der Geselligkeit und dem Müßiggang seiner Gesellschaftsschicht. Zurück in den USA, fordert der strenge Großvater Leistung ab, doch Anthony entspannt sich lieber in seinem luxuriösen Badezimmer... Er ahnt, dass er nur mittelmäßig ist, manchmal spürt er Angst und Einsamkeit und eine große Leere in sich. Zitat: „Ein anmaßender Narr war er, der einer Cocktailkarriere nachlief...“

 Dann lernt Anthony Gloria kennen, die Cousine eines Freundes. Anthony entdeckt, dass ihn diese Gloria, eine schöne junge Frau, tief bewegt. Sie bleiben zusammen, doch nach ein paar Jahren snobistischen Daseins, das einem Rausch ähnelt, haben sie nichts mehr, was ihnen lebenswert oder gar sinnvoll erscheint. Anthony denkt nur noch bis zum nächsten Drink, und Gloria „hat sich zu einem streitsüchtigen und unvernünftigen Frauenzimmer entwickelt.“ Auch das Geld ist knapp geworden, das 30-Millionen-Erbe ist noch nicht geflossen. An diesem Punkt hat das Paar „das gewaltige Panorama des Lebens fast völlig verloren.“

 Ein entlarvendes Buch, tieftraurig, amüsant, scharfsinnig: die Vorführung eines sinnlosen Lebens und Einblick in die luxuriöse Welt des amerikanischen Geldadels der 20er, 30er Jahre – eine Welt, die der Schriftsteller F. Scott Fitzgerald („Der große Gatsby“) so liebte. Auch er brauchte für sein Leben das schnelle Tempo, den immer wechselnden Reiz, den Rausch. Er wollte zwanghaft nach „oben“, reich und berühmt werden.

 Im Nachwort des Buches zeigt der Kulturwissenschaftler Tilman Höss im Leben der Fitzgeralds sogar Parallelsituationen zu dem „äußerst aufschlussreichen Zeitroman“ auf und meint: „Im Nachhinein wirkt 'Die Schönen und Verdammten' wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung der privaten Fitzgerald-Tragödie. Es musste Fitzgerald vorkommen, als hätte er das Unheil herbeigeschrieben. Die Fitzgeralds hatten als junges Paar die goldenen Zwanziger verkörpert, später symbolisieren sie deren Niedergang. Ursache ist nicht nur der legendäre Börsenkrach, der 24. Oktober 1929. Zelda Fitzgeralds Krankheit wird als Schizophrenie diagnostiziert, und aus dem Partytrinker F. Scott Fitzgerald ist ein Alkoholiker geworden. Sein einziger Trost sei es in den 30er Jahren gewesen, dass er die Katastrophe vorher geahnt habe, diese Wahrnehmung habe all seine Geschichten beherrscht. Tilman Höss: „Fitzgerald war nicht nur ein begnadeter Erzähler, sondern verstand es auch immer wieder, die widersprüchlichen persönlichen und gesellschaftlichen Erfahrungen zu deuten und auf den Punkt zu bringen.“ 

3. Jun, 2021

Dan hat den ganzen Tag im Büro gesessen und dabei das Gefühl gehabt, „von innen zu verfaulen.“ Er hat mal Kunst studiert, inzwischen aber verstaubt die Mappe mit seinen Arbeiten unter dem Bett. Seitdem er mit Bea verheiratet ist, verdient er sein Geld als Immobilienmakler, ein Job, den er hasst. Dan träumt von einem anderen Leben, im Gegensatz zu Bea, die als Psychotherapeutin glücklich ist, wenn sie einem Menschen helfen kann. So ist die Stimmungs- und Ausgangslage in Sadie Jones neuem Roman, der harmlos beginnt und unterschwellige Frustationen erst einmal unterdrückt.

Das Paar beschließt, eine kleine Auszeit zu nehmen, das bescheidene Londoner Apartment zu vermieten, ein altes Auto zu kaufen und Richtung Frankreich zu reisen. Man könnte als erstes Beas Bruder Alex besuchen, der in Burgund ein Hotel führt. Von Beas Familie weiß Dan wenig, er hat die Eltern nur kurz kennen gelernt, sie sollen wohlhabend sein. Bea pflegt keinen Kontakt zu ihnen und verschließt sich allen Nachfragen.

Erst in Burgund, in dem heruntergekommenen Hotel des Bruders, wird offenbar, was Beas Familie überschattet, zerstört und alle in einen gefährlichen Bann zieht: die dunkle Seite des Geldes, die Macht und die Abhängigkeit, die damit einher gehen. Als Dan erfährt, dass sein Schwiegervater einer der reichsten Männer Londons ist, verändern sich seine Sichtweisen, seine Gedanken und auch das Verhältnis zu seiner Frau. Warum hat sie ihn in ein ärmliches Dasein gezwungen, ohne die Situation mit ihm zu besprechen?

Auch Beas Eltern tauchen überraschend in Burgund auf, und nach und nach enthüllen sich die Hintergründe und Abgründe einer Familientragödie, die den dunklen Spannungsroman voran treiben. Exzentrik, Dekadenz, Demütigung und Machtmißbrauch sind auszuhalten. Und dennoch scheint der Sog des Geldes alles zu überbieten.

Alex, der verstörte, haltlose Bruder, einer, der lebenslang Opfer war, ist ermordet worden. Ein Autounfall sollte die grausame Tat vertuschen. Nun ermittelt die französische Polizei. Die Szene wird zunehmend beklemmender, gefährlicher, und der Schrecken ist noch lange nicht vorbei. Es bleibt brisant bis zur letzten, 457. Seite.