2. Apr, 2016

Der Träumer – von Andrea Hirata, Hanser Berlin

Andrea Hirati, der meist gelesenen Schriftsteller Indonesien, erzählt auf sehr berührende und lebendige Weise die indonesische Variante des American dream, vom abenteuerlichen Leben seines heranwachsenden Helden Ikal, Kind armer Leute, die auf der indonesischen Insel Belitong zu Hause sind. Der Vater, Arbeiter in den Zinnminen, ein wortkarger, sehr herzlicher und fördernder Mann, der seinen Sohn auf seinem steinigen Weg unterstützt. Bei jeder Zeugnisübergabe radelt er mit seinem verkrüppelten Fuß kilometerweit, um dabei zu sein und voller Stolz seinen Sohn zu umarmen. Ikal schafft die Oberschule mit Bestnoten, kriegt ein Stipendium und wird Ökonomie-Student an der Pariser Sorbonne. Mit glänzendem Examen kehrt er nach Hause zurück, um endlich seinem Land zu helfen, doch die Wirtschaftskrise macht erst mal alle seine Hoffnungen zunichte. Er muss in der Kaffeebude seines griesgrämigen Onkels arbeiten, um sich über Wasser zu halten. Doch dann wird er endlich zum Bewerbungsgespräch gebeten, und der Onkel entpuppt sich doch noch als guter Mensch...
Es gibt autobiographische Bezüge zu seinem Helden Ikal, auch Hirata wurde auf Belitung vor der Ostküste von Sumatra, nördlich von Jakarta geboren, wo er auch heute noch lebt. Er studierte Wirtschafts-wissenschaften und hat auch seine Ausbildung in Paris und Sheffield mit einem EU-Stipendium abgeschlossen.