2. Apr, 2016

H wie Habicht – von Helen MacDonald, Ullstein

Ein außergewöhnliches und aufregendes Buch – in der Form ein erzählendes Sachbuch. Die Autorin Helen McDonald beschreibt ihre Leidenschaft so:
„Der Habicht war all das, was ich sein wollte: ein Einzelgänger, selbstbeherrscht, frei von Trauer und taub gegenüber den Verletzungen des Lebens.“
Helen Macdonald beschloss schon als Kind Falknerin zu werden. Sie lernte Fachbegriffe und las die Klassiker der Falknerei-Literatur. Mit zwölf Jahren bekam sie ihren ersten Falken. Ihr Vater unterstützte sie in dieser ungewöhnlichen Leidenschaft, er lehrte sie Geduld und Selbstvertrauen. Als ihr Vater 2007 starb, beschloss MacDonald, ihren eigenen Habicht abzurichten – ihre ganz persönliche Form der Trauerbewältigung. Ihre Erlebnisse beim Abrichten des Vogels erzählt sie in ihrem Buch und zieht die Bilanz:
"Der Habicht hat mich verändert und mich in gewisser Weise mit dem Tod versöhnt".
Und der Leser staunt, wie faszinierend das Thema Habicht sein kann. Die Leidenschaft der Autorin ist tatsächlich ansteckend.
"Mein Habicht Mabel sieht Farben, die ich nicht wahrnehmen kann, bis ins ultraviolette Spektrum hinein. Sie kann auch Thermik sehen, warme Luft, die aufsteigt, Strudel bildet und in Wolken verschwindet“.
Die Kritik befand, hier ein Zitat aus dem Guardian:
"'H wie Habicht' ist eines der wunderbarsten Bücher der letzten Jahre - begeisternd geschrieben, spannend und informativ - was für ein Lesevergnügen!"

Macdonald arbeitet an der Universität von Cambridge im Bereich Geschichte und Philosophie. Sie ist Autorin und auch Lyrikerin und Illustratorin.