4. Nov, 2017

Martin Suter: Elefant, Diogenes

Der klitzekleine Elefant ist rosarot und leuchtet in der Dunkelheit.
Geboren wurde er im Zirkus Pellegrini unter der Obhut des burmesischen Elefantenpflegers Kaung. Sabu heißt er, dieses kleine Geschöpf, dieses kleine Wunder, das aus einem wissenschaftlichen Experiment des Genforschers Roux entstanden ist. Ein skrupelloser Mensch, dieser Roux, der aus seiner Genmanipulation eine Weltsensation und ein Riesengeschäft machen will. Kaung will dieses Elefäntchen, das wie ein rosarotes Glühwürmchen leuchtet, beschützen. Er hat sich mit dem Tierarzt verbündet, gemeinsam retten sie den Winzling. Dann kommen noch zwei gute Menschen ins Spiel: Valerie, ebenfalls Tierärztin und Schoch, ein akademisch gebildeter Obdachloser. Das Sicherheitsnetz für Sabu ist geknüpft, und gut, dass Valerie ein großes Haus geerbt hat, in dem man sich fürs erste prima verstecken kann, hier lernt Sabu laufen und wird mit Apfelschnitzen und Kokosöl gefüttert. Ein happy End gibt es allerdings erst, als Sabu, getarnt als Zwergpudel, mit seinen Beschützern nach Burma aufbricht...
Klingt alles erst mal ziemlich konstruiert und verquer, doch Martin Suter hatte immer schon ein Gespür für große Zukunftsthemen, die bewegen. Hier ist es Genmanipulation, und der Spannungsbogen ist perfekt gehalten, der Wechsel zwischen den Welten – von der Obdachlosenszene bis zum chinesischen Gentechnik-Konzern – besonders reizvoll, und das kleine rosa Wunder lässt einen so schnell nicht los.